Nahaufnahme tausender kleiner weißer Rhodolithen am Ufer des Popcorn Beach, Fuerteventura

Foto: Paul Stephenson (CC BY), über Wikimedia Commons

Majanicho, Fuerteventura

Popcorn Beach

Popcorn statt Sand: Einzigartige Rhodolithen und eine Brandung, die nicht zum Baden einlädt.

An Fuerteventuras Nordküste, nahe Majanicho, liegt die Playa del Bajo de la Burra. Ihr Untergrund ist bedeckt von unzähligen kleinen weißen Kügelchen, die verblüffend an Popcorn erinnern. Dabei handelt es sich um Rhodolithen – die ausgeblichenen Überreste von Rotalgen, nicht um Korallen oder Sand. Dieser Strand ist nicht nur einzigartig, sondern auch äußerst empfindlich: Das Mitnehmen der Kügelchen ist streng verboten, und zum Schwimmen ist er ohnehin ungeeignet.

Was das 'Popcorn' wirklich ist

Nahaufnahme tausender kleiner weißer Rhodolithen-Kügelchen am Ufer von Popcorn Beach, Fuerteventura
Weiße Rhodolithen-Kügelchen statt Sand — und kein Ort zum Schwimmen · Foto: Erik del Toro Streb (CC BY 4.0), Wikimedia Commons

Die weißen Kügelchen an diesem Küstenabschnitt sind Rhodolithen – frei lebende, kalkbildende Rotalgen, die sich als lose Kugeln am Meeresboden entwickeln, anstatt sich an Felsen festzusetzen. Eine internationale Studie, die 2022 in 'Frontiers in Marine Science' veröffentlicht wurde, untersuchte die Küstenstrände und identifizierte dabei Lithothamnion cf. corallioides als vorherrschende Art. Bis zu 5.000 Rhodolithen pro Quadratmeter finden sich in den Strandablagerungen. Unter Wasser sind die lebenden Algen rötlich-violett. Doch sobald Strömung oder Brandung sie losreißen und an Land spülen, bleichen sie binnen Wochen unter der Sonne aus und nehmen ihre weiße Farbe an.

Anders als oft in Reiseartikeln behauptet, handelt es sich hier um Algen, nicht um Korallen. Dieselbe Studie schätzt die Gesamtmenge im untersuchten Abschnitt auf rund sechs Millionen Rhodolithen, von denen etwa zwei Drittel bereits gebrochen oder abgeschliffen sind. Sand sucht man hier vergeblich: Der gesamte Strand besteht aus diesen Kügelchen, deren Größe von einer Erbse bis zu einem Golfball variiert, und liegt auf einer Unterlage aus dunklem Vulkangestein.

Mitnahmeverbot und Badegefahr

Das Mitnehmen von Rhodolithen ist durch das kanarische Naturschutzrecht untersagt. Die Gemeinde La Oliva setzt diese Regelung aktiv durch. Beamte haben bereits ganze Säcke aus Autos und Koffern beschlagnahmt; bei einer einzigen Aktion wurden rund eine Tonne aus Häusern und Gärten der Gemeinde zurückgeholt und an die Küste zurückgebracht. Vor Ort erklären Schilder den Grund: Die Ablagerungen benötigen Jahrhunderte für ihre Entstehung, und der aktuelle Besucherandrang sowie die damit verbundene Mitnahme verringern sie nachweislich. Die Höhe der Strafe im Einzelfall variiert – vom Mitnehmen ist dringend abzuraten, unabhängig von der Größe des einzelnen Stücks.

Zum Schwimmen ist dieser Strand ebenfalls ungeeignet. Es gibt keine Badeaufsicht, der Untergrund ist felsig, nicht sandig, und die atlantische Dünung kann nahe am Ufer rau und unberechenbar werden. Warnschilder weisen ausdrücklich auf die Badegefahr hin. Der Strand lädt zum Anschauen, Fotografieren und Spazieren am Ufer ein; ein Bad ist jedoch nicht empfehlenswert. Wer richtig schwimmen möchte, findet an den Stränden von Corralejo oder in den Dünen weiter südlich, nur eine kurze Autofahrt entfernt, ideale Bedingungen.

Anfahrt und nützliche Hinweise

Der Strand liegt an der Nordküste der Gemeinde La Oliva, eingebettet zwischen Corralejo und dem Fischerort Majanicho. Von Corralejo aus folgt man der FV-101 Richtung Majanicho und biegt dann auf eine rund 4 km lange, unbefestigte Piste ab, die zum Strand führt. Diese ist stellenweise mit Schlaglöchern versehen, aber mit einem normalen Pkw bei moderatem Tempo gut zu befahren. Direkt am Ufer sind kostenlose Parkplätze vorhanden. Besonders im Sommer empfiehlt sich eine Ankunft vor dem späten Vormittag, um den Strand noch in Ruhe erleben zu können. Wanderer erreichen den Strand auch über den Küstenweg von Corralejo in etwa einer Stunde; eine Busanbindung gibt es jedoch nicht.

Darüber hinaus gibt es hier keinerlei Infrastruktur: keine Toiletten, keinen Schatten, keinen Kiosk. Daher sollte man unbedingt Wasser und Sonnencreme dabei haben. Festes Schuhwerk ist ratsam: Die Kügelchen geben unter den Füßen nach, und barfuß zu laufen ist bestenfalls unangenehm. Es empfiehlt sich, die Erwartungen anzupassen: Die auf Instagram und TikTok berühmt gewordenen, eng zugeschnittenen und hell ausgeleuchteten Fotos blenden den grauen Vulkanhintergrund, den stetigen Wind und die Tatsache aus, dass es sich um einen eher kleinen, exponierten Küstenabschnitt handelt – und keineswegs um eine türkisblaue Lagune. Fünfzehn bis dreißig Minuten genügen meist, um sich einen umfassenden Eindruck zu verschaffen.

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