Der Leuchtturm und das Wärterhaus an der Punta de Jandía unter bewölktem Himmel an der abgelegenen Südspitze Fuerteventuras

Foto: H. Zell (CC BY-SA 3.0), über Wikimedia Commons

Cofete, Jandía, Fuerteventura

Faro de Jandía

Ein steinerner Leuchtturm am Ende der Insel — und die härteste Anfahrt dorthin.

Der Leuchtturm an der Punta de Jandía steht seit 1864 an der Südspitze Fuerteventuras und wies einst Schiffen den Weg zu den westafrikanischen Fischgründen. Es ist der abgelegenste Punkt, den man auf der Insel mit dem Auto erreicht: rund 20 Kilometer unbefestigte Piste hinter Morro Jable — eine Strecke, die die übliche Mietwagenversicherung nicht abdeckt. Im Sockelgebäude erklärt ein Besucherzentrum den Naturpark Jandía.

Das Wichtigste zuerst: die Piste

Die Zufahrt ist die entscheidende Information zum Faro de Jandía. Kurz hinter Morro Jable endet der Asphalt, danach liegen rund 20 Kilometer loser, gewellter Schotterpiste vor Ihnen. Kleine Mietwagen schaffen das langsam und mit Vorsicht — nur ist das nicht der Punkt: Fast jeder Mietvertrag auf der Insel schließt Schäden auf unbefestigten Strecken aus. Ein Reifenschaden, eine aufgeschlagene Ölwanne oder ein verbogener Querlenker gehen dann vollständig auf Ihre Rechnung. Lesen Sie die eigene Vertragsklausel nach, statt sich auf Hörensagen in die eine oder andere Richtung zu verlassen.

Vernünftige Alternativen sind eine geführte 4x4-Tour ab Morro Jable, die den Leuchtturm meist mit Cofete verbindet, oder der Linienbus, der Fahrplänen zufolge ein paar Mal am Tag hinausfährt und etwa eine Stunde braucht. In jedem Fall gilt: voller Tank, reichlich Wasser, brauchbares Reserverad. Auf der ganzen Halbinsel gibt es weder Tankstelle noch Laden, und der Handyempfang ist lückenhaft. Nach starkem Regen sollten Sie die Piste gar nicht erst versuchen.

Leuchtturm, Naturpark und Cofete

Der Leuchtturm ging am 1. Dezember 1864 in Betrieb, gebaut für die Schiffe auf dem Weg zu den Fischgründen vor Westafrika. Der dunkle Steinturm misst rund 19 Meter und steht auf einer flachen Landzunge, den Atlantik auf drei Seiten und sonst kaum etwas im Blick. In den früheren Wärterhäusern am Fuß befindet sich heute das Besucherzentrum des Naturparks Jandía mit Räumen zu Geologie, Meeresgrund und endemischen Pflanzen der Halbinsel. Zum Mittagessen bietet sich der Weiler Puertito de la Cruz mit seinen Fischlokalen an.

Die meisten verbinden den Leuchtturm mit Cofete, dem riesigen wilden Strand auf der Atlantikseite, den ein eigener Abzweig derselben Piste über den Bergkamm erschließt. Cofete ist spektakulär und zum Schwimmen wirklich gefährlich: starke Strömungen, harter Shorebreak, keine Rettungsschwimmer — hier sind Menschen ertrunken. Ein Strand zum Gehen und Fotografieren, nicht zum Baden. Einen Kilometer landeinwärts steht die Villa Winter, das verlassene Haus, um das sich seit Jahrzehnten unbelegte Kriegsgeschichten ranken — sehenswert, aber mit Skepsis zu genießen.

Wo liegt Faro de Jandía?

Häufig gestellte Fragen