Der Panoramablick vom Mirador de Morro Velosa über die Berge Fuerteventuras zur Küste

Foto: H. Zell (CC BY-SA 3.0), über Wikimedia Commons

Betancuria, Fuerteventura

Mirador de Morro Velosa

César Manriques Fenster auf die halbe Insel.

Der Mirador de Morro Velosa liegt auf rund 650 Metern am Berg Tegú über Betancuria, etwa vier Kilometer nördlich des Dorfes an der FV-30. Der Bau stammt von César Manrique — flach, steinverkleidet, in den Grat gesetzt, mit einer langen gebogenen Fensterfront, die die Aussicht rahmt statt ihr Konkurrenz zu machen. Von der Terrasse blickt man über das Tal von Betancuria, die zentralen Ebenen, die Dünen von Corralejo und an klaren Tagen bis nach Lanzarote.

Die Aussicht — und wann sie wirklich da ist

Kein Ort erklärt Fuerteventura so schnell wie Morro Velosa. Aus rund 650 Metern Höhe — die Quellen weichen bei der genauen Zahl leicht voneinander ab — sieht man das gesamte Tal von Betancuria hinunter und darüber hinaus die flachen braunen Ebenen, die bis zur Nordküste laufen. An guten Tagen lassen sich die Montaña Tindaya, der helle Fleck der Dünen von Corralejo, El Cotillo an der Westküste und dahinter die Silhouette Lanzarotes ausmachen. Nirgends sonst passt so viel Insel in einen einzigen Blick.

Alles hängt an der Sicht, und die schwankt. Am klarsten sind Winter- und Frühjahrsvormittage; Sommernachmittage bringen oft Dunst, und ein Calima mit Saharastaub kann die Sicht auf wenige Kilometer drücken. Auf diesem Grat hängen häufiger Wolken als an der Küste — ein grauer Vormittag im Inselinneren bedeutet also nicht zwangsläufig einen grauen Tag an Ihrer Ferienwohnung. Früh kommen, und eine Jacke einpacken: Hier oben ist es regelmäßig mehrere Grad kühler als am Strand.

Manriques Bau und die Straße hinauf

César Manrique, der Künstler aus Lanzarote, der geprägt hat, wie auf den Kanaren für Besucher gebaut wird, entwarf den Mirador — und die Zurückhaltung merkt man. Der Bau ist niedrig und steinverkleidet, halb in den Hang gesetzt, sodass er von der Straße kaum als Gebäude auffällt; im Inneren übernimmt eine lange gebogene Fensterfront die Arbeit. Dazu kommen eine kleine Ausstellung zur vulkanischen Entstehung der Insel mit Reliefmodell, ein Café und ein Garten einheimischer Pflanzen. Geöffnet ist üblicherweise dienstags bis samstags tagsüber, sonntags und montags geschlossen — die Zeiten haben sich schon geändert, prüfen Sie sie vorab.

Die Anfahrt ist die halbe Belohnung. Die FV-30 klettert aus Betancuria in engen Kehren durch den erodierten Naturpark Betancuria, und mit jedem Höhenmeter wechselt das Gestein die Farbe. Gut einen Kilometer weiter nördlich liegt der Mirador de Guise y Ayose, wo zwei große Bronzestatuen der letzten vorspanischen Könige Fuerteventuras ins Tal blicken — frei zugänglich, immer offen, zwei Minuten Umweg wert. Zwischen den beiden Aussichtspunkten und dem Dorf darunter liegt die schönste halbe Stunde Autofahrt der Insel.

Wo liegt Mirador de Morro Velosa?

Häufig gestellte Fragen