Luftaufnahme des Dorfes Lajares, verteilt über die vulkanische Ebene Fuerteventuras, mit den Kegeln von Calderón Hondo und Montaña Colorada am Horizont

Foto: Alexey Komarov (CC BY-SA 4.0), über Wikimedia Commons

Lajares, Fuerteventura

Lajares

Ein ruhiges Surferdorf im Landesinneren, zwischen drei Küsten

Lajares liegt im Landesinneren im Norden Fuerteventuras, nur eine kurze Fahrt von Corralejo, El Cotillo und dem erloschenen Vulkan Calderón Hondo entfernt. Das Dorf hat keinen eigenen Strand – genau deshalb nutzen es Surfer und Kitesurfer als Basis: Von hier aus erreicht man die Nordküste, die Westküste und die Dünen von Corralejo in fünfzehn Minuten oder weniger. Zwei gut erhaltene Gofio-Windmühlen, eine bekannte Stick- und Spitzentradition sowie ein lebendiger Samstagsmarkt geben dem Ort einen ruhigeren, bodenständigeren Charakter als die Küstenorte in der Nähe.

Wie Lajares wirklich ist

Traditionelle steinerne Gofio-Windmühle in Lajares, ihre Holzflügel zeichnen sich gegen den Himmel ab
Eine der beiden erhaltenen Gofio-Windmühlen aus dem 19. Jahrhundert in Lajares · Foto: H. Zell (CC BY-SA 3.0), Wikimedia Commons

Lajares ist ein kleines Dorf im Landesinneren, wenige Kilometer südlich von Corralejo und östlich von El Cotillo, ohne eigene Küste. Für viele Besucher ist genau das der Reiz: Das Dorf liegt fast gleich weit von der Nordküste, den Wellen der Westküste und den Dünen Corralejos entfernt – man steht auf, prüft Wind- und Wellenvorhersage und fährt dorthin, wo die Bedingungen an diesem Morgen am besten sind.

Das Dorf selbst ist niedrig bebaut und ruhig – verstreute weiß getünchte Häuser auf einer flachen vulkanischen Ebene, umgeben von den dunklen Kegeln alter Vulkane, darunter Calderón Hondo. In den letzten Jahrzehnten hat es sich zu einer Art Surf-Drehscheibe entwickelt, mit Surfshops, Boardverleih, Cafés und einigen Surfcamps – ohne dabei seinen dörflichen Kern zu verlieren: An den Straßenrändern grasen noch Ziegen, und der Kirchplatz ist nach wie vor das echte Zentrum des Ortes und keine Kulisse für Touristen.

Verglichen mit Corralejo oder Costa Calma ist Lajares nach Einbruch der Dunkelheit ruhig und hat kaum Nachtleben. Dafür gibt es ein starkes Gemeinschaftsgefühl unter den Surfern, Radfahrern und Langzeitbewohnern, die hier ihre Basis haben, sowie einen leichten Zugang zu einer der schönsten Vulkanlandschaften der Insel.

Windmühlen, Calados und der Samstagsmarkt

Die beiden Steinwindmühlen von Lajares, früher zum Mahlen von Gofio (dem gerösteten Getreidemehl, einem Grundnahrungsmittel der kanarischen Küche) genutzt, stehen noch immer am Ortsrand und gehören zu den besterhaltenen der Insel – auch wenn heute keine von beiden mehr mahlt.

Das Dorf ist zudem inselweit für Calados bekannt, eine feine, von Hand geschnittene Lochstickerei, die vor Generationen auf die Kanaren kam und bis heute von lokalen Stickerinnen praktiziert wird. In den kleinen Kunsthandwerksläden rund um den Dorfplatz findet man entsprechende Stücke zum Kauf, dazu lokalen Käse, Honig und Marmelade.

All das kommt jeden Samstagvormittag zusammen, wenn sich der Dorfplatz mit einem Kunsthandwerks- und Erzeugermarkt füllt – Stickereien, Keramik, lokale Produkte und etwas Streetfood, im Winter belebter als im Hochsommer. Es ist ein wirklich lokaler Markt und kein Touristen-Setup, und ein Besuch lohnt sich, wenn man die Reise danach ausrichten kann.

Zur Küste und zum Calderón Hondo

Da Lajares keinen eigenen Strand hat, nutzen die meisten Besucher das Dorf eher als Basis denn als eigentliches Ziel. Die Lagunen und Wellen von El Cotillo liegen etwa acht Kilometer westlich, zehn Minuten mit dem Auto; die Dünen und der Flag Beach von Corralejo liegen in ähnlicher Entfernung nordöstlich. Beide sind nah genug, um sie mehr als einmal zu besuchen, ohne dass es sich wie ein Ausflug anfühlt.

Der andere Grund, warum sich Besucher hier einquartieren, ist der Calderón Hondo, ein erloschener Vulkan am Ortsrand mit einem sehr gut erhaltenen Krater, den man fast vollständig umrunden kann. Für hiesige Verhältnisse ist es eine kurze, einfache Wanderung und eine der lohnendsten Aktivitäten in dieser Gegend, auch ohne Auto.

Mehrere Surfschulen bieten Kurse in Lajares an und bringen ihre Schüler zu dem Strand mit den jeweils besten Bedingungen – praktisch, wenn man nicht selbst raten möchte, welche Küste an diesem Tag die richtige ist.

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